Jessica Ittner triumphiert in Roth
Nur eine Woche nach ihrem Ironman in Frankfurt, der aufgrund der anhaltenden Hitzewelle auf 3,8km Schwimmen, 125km Radfahren und 21,1km Laufen gekürzt wurde, ging Jessica Ittner, Konstrukteurin in der Rücksitzentwicklung in Coburg, bei der Challenge Roth erneut an den Start. Mit vielen Fragezeichen bezüglich ihrer Regeneration, aber großer Vorfreude, stellte sie sich der nächsten Herausforderung über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen.
Beim Schwimmen im warmen Main-Donau-Kanal, das ohne Neoprenanzug ausgetragen wurde, musste Ittner einen Schlag auf die Nase hinnehmen. Nach 1:12:54 Stunden stieg sie zwar etwas langsamer als erhofft aus dem Wasser, richtete ihren Fokus jedoch sofort auf die folgenden Disziplinen.
Auf dem Rad begann ihr Rennen zunächst mit einer kleinen Panne: Eine Verpflegungsflasche ging auf einer holprigen Passage verloren und musste eingesammelt werden. Anschließend fand die Triathletin jedoch schnell ihren Rhythmus und fuhr über weite Strecken sogar höhere Wattwerte als geplant. Besonders der legendäre Solarer Berg mit seinen Tausenden Zuschauern sorgte erneut für einen emotionalen Höhepunkt.
Trotz zunehmenden Windes auf der zweiten Runde blieb Ittner stark und erreichte nach 4:58:51 Stunden die zweite Wechselzone. Dort wartete die nächste Überraschung: Ihre Trinkflasche war ausgelaufen, weshalb sie den Marathon ohne die geplante Zusatzverpflegung in Angriff nehmen musste.
Davon ließ sie sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Auf der Laufstrecke arbeitete sie sich kontinuierlich nach vorne. Während ihre Unterstützer den Rennverlauf mühsam über die Challenge-App verfolgten, erhielt Ittner unterwegs die Information, dass der Rückstand auf die Führende von sieben auf knapp zwei Minuten geschrumpft war.
Angetrieben von Familie, Freunden und den zahlreichen Zuschauern entlang der Strecke lief sie einen starken Marathon in 3:01:42 Stunden.
Unter großem Jubel lief Ittner schließlich ins Zielstadion ein und konnte ihren außergewöhnlichen Erfolg feiern. Mit einer Gesamtzeit von 9:17:06 Stunden wurde sie beste Frau aller Altersklassen und gleichzeitig zweitschnellste Deutsche im Feld der „Amateure“. Dabei ließ sie sogar neun von 20 gestarteten Profi-Athletinnen hinter sich.
Im Oktober steht das Highlight schon fest: Der Ironman Wettbewerb in Portugal. Wir drücken die Daumen!