Wie der Trial-Sport die Zukunft elektrischer Antriebe voranbringt
Miquel Gelabert beim Finale der TrialGP-Weltmeisterschaft. (Foto: Honda)
Felsen, Stufen, enge Kurven und Hindernisse, die selbst zu Fuß schwer zu überwinden wären: Im Trial-Sport zählen nicht Geschwindigkeit oder Bestzeiten. Gefragt sind Präzision, Balance und Kontrolle – und vor allem das uneingeschränkte Vertrauen in die Technik.
Genau dieses Vertrauen wurde Mitte Mai beim Auftakt der TrialGP-Weltmeisterschaft in Motegi/Japan auf die Probe gestellt. Vom 15. bis 17. Mai traf sich dort die Weltelite zum ersten von sieben WM-Läufen. Erstmals war mit der Honda RTL Electric ein vollelektrisches Motorrad in der Königsklasse des Trial-Sports vertreten. Ebenfalls mit dabei: Brose. Bereits seit 2022 verantworten wir die Motorentwicklung inklusive integrierter Elektronik sowie den Aufbau der Antriebe am Standort Würzburg.
Das härteste Testlabor der Welt
Was auf den ersten Blick wie ein Motorsportprojekt wirkt, ist zugleich ein wichtiges Entwicklungsfeld für die Zukunft elektrischer Zweiräder. Kaum eine Anwendung fordert einen Antrieb stärker heraus als Trial: Millimetergenaue Balance, abrupte Lastwechsel, maximale Leistung auf engstem Raum und absolute Zuverlässigkeit machen jeden Wettbewerb zum Härtetest unserer Technologie. Unser Antrieb liefert eine maximale Leistung von 22 Kilowatt bei einer Nennspannung von 48 Volt – und wiegt dabei weniger als neun Kilogramm.
Vertrauen entsteht an der Strecke
Für den technischen Support vor Ort begleiteten Systemingenieur Julian Müller aus Würzburg und Kengo Yamaguchi von Brose Japan das Team Honda Montesa. Zwischen Training, Wettkampf und Analyse standen sie den Fahrern und Technikern jederzeit zur Seite. Denn im Trial-Sport gibt es kaum Raum für Unsicherheiten.
Im extrem anspruchsvollen und nervenaufreibenden Trialsport ist es entscheidend, dass der Fahrer seinem Bike vollkommen vertrauen kann. Der Antrieb ist dabei von entscheidender Bedeutung. Sollten Probleme auftreten, analysieren wir diese sofort und sorgen für eine schnelle Lösung, damit sich der Fahrer weiterhin auf die Technik verlassen kann
, so Müller. Genau diese Nähe zur Anwendung macht den Unterschied: Sie liefert wertvolle Erkenntnisse unter realen Extrembedingungen und hilft uns, unsere Antriebe kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Erfolg auf ganzer Strecke
Für den Fahrer Miquel Gelabert stand am vergangenen Wochenende nach sieben intensiven WM-Runden nun die finale Herausforderung an: Vom 18. bis 20. September erreichte er Platz fünf im Saisonfinale in Pobladura de las Regueras/ Spanien.
Sowohl die Endrunde als auch alle vorangegangenen waren für uns wie ein mobiles Entwicklungslabor. Dort sind Innovation, Teamarbeit und technische Exzellenz aufeinandergetroffen und haben gezeigt, wie unsere Technologie auch unter härtesten Bedingungen Höchstleistung erbringt
, resümiert Müller.