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Coburg

Ein Arbeitgeber, viele Berufsperspektiven

Coburg, 02.09.2019

Nach mehreren Stationen im Controlling von Brose schien der Karriereweg von Carina Proksch vorgezeichnet. 2015 – nach mehr als zehn Jahren bei Brose – wagte sie dann den Wechsel in den Personalbereich. Die Entscheidung traf sie innerhalb eines Tages. Und bereute sie bisher keine Sekunde, erzählt die 37-Jährige im Interview.

Carina Proksch ist seit 2017 Leiterin Personal Zentralbereiche & Global Mobility der Brose Gruppe.

Zur Person:

Carina Proksch ist seit 2017 Leiterin Personal Zentralbereiche & Global Mobility der Brose Gruppe. Zusätzlich ist sie seit Dezember 2018 verantwortlich für die Ausgestaltung des unternehmensinternen Erneuerungsprogramm im Personalbereich. Zuvor hatte sie verschiedene Aufgaben in Personal und Controlling inne.

Frau Proksch, Sie haben zehn Jahre im Controlling bei Brose gearbeitet – warum wechselten Sie 2015 in den Personalbereich?

Ganz einfach: Die Chance war da, diesen Schritt zu gehen. Auch war es für mich die Konsequenz aus meinen Erfahrungen, die ich zuletzt im Controlling sammeln konnte. Dort hatte ich die Möglichkeit, als Führungskraft neue Teams aufzubauen und Mitarbeiter weiterzuentwickeln. Das war einerseits herausfordernd, andererseits hat es mir viel Spaß gemacht. Als ich 2014 gefragt wurde, ob ich im Personal zum Business Partner für den kaufmännischen Bereich werden wolle, habe ich intiutiv ja gesagt und mich innerhalb von 24 Stunden dafür entschieden. Ich habe schon immer gerne Neues ausprobiert und Chancen ergriffen. Heute kann ich sagen: Das war absolut richtig.

Welche konkreten Ziele hat das aktuelle unternehmensinterne Transformationsprogramm?

Megatrends wie Digitalisierung oder neue Mobilitätskonzepte verändern unsere Welt, und speziell die Automobilindustrie erlebt einen Umbruch – das bekommt auch Brose zu spüren. Hinzu kommt, dass unser Familienunternehmen in der Vergangenheit global stark gewachsen ist, und das enorm schnell. Strukturen und Prozesse wurden nicht immer in gleicher Geschwindigkeit angepasst. Das holen wir jetzt nach, unter anderem im Personalbereich. Das Erneuerungsprogramm hat drei Handlungsfelder: Erstens werden wir das profitable Wachstum in unserem Kerngeschäft weiter vorantreiben. Zweitens steigern wir die Effizienz, vor allem in Entwicklung und Verwaltung. Und drittens lenken wir den Fokus auf Innovationen – sowohl bei bestehenden als auch neuen Produkten und Prozessen. Mit der Erneuerung wollen wir unsere Mitarbeiter ans Unternehmen binden und neue Fach- und Führungskräfte für Brose begeistern. Kurzum: Wir wollen uns damit auch als attraktiver und zukunftsorientierter Arbeitgeber positionieren.

Wo liegen Ihre Talente?

Ich begegne meinem Gegenüber immer auf Augenhöhe, mit Offenheit und Respekt. Mit meiner Einstellung und meinem Anspruch kann ich Menschen motivieren, sie für ihre Arbeit und eine gemeinsame Sache begeistern. Ich habe ein gutes Gespür für den richtigen Mix aus Fordern und Fördern. Zu sehen, wie sich einzelne Mitarbeiter und Teams weiterentwickeln, wie sie für eine Sache „brennen“ – das erfüllt mich sehr.

Was war Ihre prägendste Station und warum?

Keine Frage, der Wechsel vom Controlling in den HR-Bereich – das war gewissermaßen ein Kaltstart. Im Controlling hatte ich auf jede Frage eine Antwort. Ich war Profi auf meinem Fachgebiet, Ansprechpartner für alles und für jeden. Das hat es mir relativ einfach gemacht, vielleicht auch zu einfach. Deshalb habe ich meine Komfortzone bewusst verlassen und die Reise ins Unbekannte gewagt – im Gepäck nur meine Intuition und meinen Ehrgeiz, Neues zu entdecken. Das war schon herausfordernd: Du wirst als Talent gehandelt und plötzlich hast du das Gefühl, du weißt – überspitzt formuliert – nichts! Diese Erfahrung hat mich noch stärker gemacht und heute weiß ich, mit Durchhaltevermögen und Mut lassen sich auch die größten Hürden meistern. Nichts im Leben ist zu 100 Prozent planbar. Die besten Entscheidungen entstehen durch Offenheit für Veränderung.

Welche Lehren und Schlüsse ziehen Sie aus Studium, Ausbildung und nunmehr 13 Jahren Berufsleben?

Begegne jedem Menschen mit Respekt! Nicht die Ausbildung, die Karriere oder die aktuelle Hierarchiestufe zeichnen jemanden aus – vielmehr ebnen Wille, Energie und Neugier den Weg zueinander. Mit der richtigen Einstellung kann man vieles schaffen. Noten allein sind nicht ausschlaggebend – aus diesem Blickwinkel schaue ich mir übrigens auch Bewerbungen an.

Vielen Dank für das Gespräch!

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